Das Leinöl ist eines der wertvollsten Öle in unserer Ernährung, es darf allerdings keinesfalls erhitzt werden, weil es dann oxidiert und eher schädlich, als förderlich für die Gesundheit wirkt. Kalt genossen ist es eine Delikatesse z.B. zu Pellkartoffeln mit Quark. Schwierig bei Leinöl ist, daß es besonders schnell ranzig und bitter wird und deshalb die positiven gesundheitsfördernden Stoffe verloren gehen. Dieser Zeitpunkt ist schon nach ca. einer Woche erreicht, zudem muß das Öl kühl, d.h. im Kühlschrank stehen und in einem dunklen Gefäß. D.h. das Leinöl, welches man im Supermarkt oder im Reformhaus kaufen kann, hat seine Frische längst verloren, da es meist wochenlang im Regal steht. Deshalb ist der Kauf des relativ teuren Leinöls nur direkt frisch gepresst von einer Ölmühle sinnvoll und sollte innerhalb von einer Woche verzehrt werden. Alternativ kann das frische Öl eingefroren werden, es erfährt hier keinen Qualitätsverlust und da es kein Wasser enthält, kann die Flasche auch nicht platzen. Das Leinöl wird aus den Leinsamen gewonnen und zählt zu den ältesten als gesundheitsfördernd bekannten Nahrungsmitteln. Pioniere in der Erforschung der Wirksamkeit von Leinöl in unserer Zeit sind Dr. Johanna Budwig und Udo Erasmus, die auch viele Rezepte mit Leinöl entwickelt haben. Leinöl enthält die wichtige Alpha-Linolsäure (LNA), die in unserer Ernährung so gut wie nicht vorkommt. So ist LNA die Grundlage für unsere mentale Leistungsfähigkeit, für die Fähigkeit der Zellen Nährstoffe und Sauerstoff aufzunehmen und für einen gut funktionierenden Stoffwechsel. Leinöl besteht zu 58-65 % aus LNA.
Bei der Herstellung ist darauf zu achten, daß die Saat nicht erhitzt wird, d.h. Kaltpressung, ca. 38 Grad Celcius beim Pressvorgang, daß keine Lösungsmittelzusätze verwendet werden, daß das Öl nicht raffiniert wird und keinem zu hohen Druck ausgesetzt wird. Diese Bedingungen sind meist nur durch Handarbeit gewährleistet. So erhält man ein Öl, daß in seiner Struktur und seinen Inhaltsstoffen nicht geschädigt ist.
Autor: Sonja Waller - sonja.waller (et) gmx.de - 22.04.2007