Treten die Pläne zur Anschaffung oder zum Bau eines eigenen Hauses in eine heisse Phase, fällt der Blick des Bauwilligen erst einmal auf die Bauzinsen. In der Regel werden dann Offerten von den Sparkassen in der Umgebung verglichen und eine umfangreiche Internetsuche über Baufinanzierung und aktuelle Zinsen gestartet.
Sowie man sich dann eine Gesamtschau über den augenblicklichen Stand der Bauzinsen (Bauzinsen de) gemacht hat, kommt auf Anhieb die nächste Frage: Werden die Hypothekarzinsen vergleichsweise steigen oder neigt die Entwicklung der Bauzinssätze relativ abwärts. Schon kleinere Veränderungen am Markt für Hypothekenzinsen können die Bau Finanzierung vom Eigenheim für 10 Jahre und mehr erheblich billiger machen oder teurer machen.
Um die Lage am Hypothekenzinsmarkt mit etwas Hintergrundwissen abwägen zu können soll hier kurz auf die Entwicklung der Baugeld-Finanzierung eingegangen werden. Gut in Erinnerung haben viele von uns noch die Hypothekenzinsen in den achtzigern (bis Mitte der neunziger), in denen die Eigenheimzinsen zwischen sieben und 10 % osziliierten. Daraufhin bewegten sich die Hypothekenzinsen dann fühlbar abwärts bis zu einem Minimum von unter 4 Prozent. Derzeit sehen wir am Hypothekenzinsmarkt einen Hypothekarzinssatz in der 1. Beleihung zwischen 4,5 und 5 %.
Wohin führt nun die Entstehung der Eigenheimzinsen - geht es tendenziell hinauf oder haben wir eine prinzipiell fallende Fortentwicklung zu erwarten? Der Zinssatz für Hypotheken wird größtenteils von den Refinanzierungskosten der Bankhäusern bei den Zentralbanken determiniert, womit die Dynamik der Hypothekenzinsen innig vom Entwicklungsgang der restlichen Zinssätze abhängt.
Zinsen sind in der Wirtschaft oben, wenn es große Inflationstendenzen gibt - was uns auf die erste Spur zu einer Prognose führt. Manche Wirtschaftswissenschaftler vermuten, dass die Zentralbank Europas die Entwicklung der Inflation sehr gut im Griff hat und erblicken so geringe Gefahren für eine Entwicklung der Bauzinssätze in Richtung der Stände aus den 80er Jahren. Im Gegensatz dazu wird temporär mit steigenden Zinssätze spekuliert, die Wirtschaft steigt nämlich und somit steigt auch im Großen und Ganzen die Gefahr inflationärer Tendenzen.
Resümee: Extrem steigende Baugeldzinsen sind nicht zu erwarten, aber kurzfristig sollte man nicht mit einem Sinken der Baugeldzinsen kalkulieren.
Autor: Christian Arp - av[at]bauen-und-heimwerken.de - 17.09.2007