Kaum etwas ist interessanter, als der Aufbau eines eigenen Unternehmens. Ist die Geschäftsidee für die Existenzgründung da und scheint sie lukrativ ist oft schnell ein Businessplan erstellt und die Finanzierung für die Geschäftsidee gesichert. Nun kann es endlich anfangen, denkt so mancher Gründer und stürzt sich in die Arbeit. Dabei wird jedoch immer häufiger vergessen, dass es sinnvoll ist, das Geschehen im Unternehmen im Blick zu behalten; auch wenn das Unternehmen sehr klein ist. Nach einiger Zeit beschert diese Vorgehensweise so mancher Existenzgründung das Ende. Mit der Einrichtung eines Controllings können Gründer so manchen Fehler vermeiden und rechtzeitig erkennen, ob die Existenzgründung überhaupt lukrativ sein kann.
Jeder, der sich in das Abenteuer der Existenzgründung stürzt, sollte zunächst verstehen, dass der Begriff des Controllings nicht etwa für das deutsche Wort “Kontrolle” steht. Vielmehr handelt es sich um den Begriff “Steuerung”. Jedes Schiff braucht einen Steuermann und das gilt auch für das Unternehmen. Ein Unternehmen ohne jede Steuerung dümpelt ohne konkrete Richtung im Wasser und kommt nur zufällig irgendwo an. Deutlich wird: Zunächst muss ein Ziel feststehen. Das Ziel für eine Existenzgründung sollte sich aus dem Businessplan ergeben. Im Businessplan kann beispielsweise ein Ziel für die Gewinnentwicklung festgelegt werden oder auch für den Bekanntheitsgrad des Unternehmens und anderes. Als Ziele kommen auch Vorgaben zur Umsatz- oder Kostenentwicklung oder anderer finanzielle Ziele in Frage. Mit Hilfe der Steuerung des Unternehmens wird dann versucht, dieses Ziel zu erreichen.
Im Controlling werden zunächst Plandaten zur Erreichung der vorher festgelegten Ziele festgelegt. Das Controlling zeigt im weiteren Geschäftsverlauf, ob die Ziele erreicht werden oder wurden. Das Controlling hilft also beispielsweise, die geplanten Zahlen mit den erreichten Zahlen abzugleichen und Abweichungen auf zu decken. Sind Abweichungen erst einmal bekannt, so kann der Gründer dann über geeignete Massnahmen nachdenken, wie diesen Abweichungen begegnet werden kann. Damit ist die Festlegung von Zielen, die Festlegung von Plandaten und der Abgleich von Soll-Werten und Ist-Werten eines der wichtigsten Führungsinstrumente im Unternehmen.
Ein solcher Abgleich kann auch für Kleinstunternehmen erfolgen – eine einfache Excel-Tabelle, in der Beispielsweise Kosten und Umsätze für eine Dienstleistung gegenüber gestellt werden, ist schon ein erster Anfang. Wichtig ist hierbei auch, dass der Abgleich möglichst zeitnah erfolgt – wer erst nach einem Jahr abgleicht, ist unter Umständen schon zu spät dran. Wer will, kann auch professionelle Software und Internet einsetzen. Von Mini-Lösungen unter 100 Euro bis hin zu komplexen Produkten für grössere Unternehmen aller Art stehen verschiedenste Möglichkeiten auf dem Markt zur Verfügung. Wer sich mit dem Thema beschäftigt und weiss, welche Produkte oder Leistungen gute Gewinnspannen bringen und was nicht so gut läuft, der tut sich leichter, die Existenzgründung zu einem grösseren Erfolg machen und ein langfristig lukratives Unternehmen aufzubauen.
Autor: Andrea Delp - E-Mail: adelp(at)amaveo.de -27.10.2007