Eher zu den Exoten im Bereich Baufinanzierung gehört das Fremdwährungsdarlehen. Wer sich für diese besondere Kreditform entscheidet, will in der Regel die Chance nutzen, geringere Zinsen zu bezahlen, da oftmals in fremden Währungen die Zinsen niedriger ausfallen, als in Euro.
Wer sich für Wohneigentum entscheidet, wird mit der wohl teuersten Anschaffung in seinem Leben konfrontiert und verfolgt naturgemäß das Ziel, Geld einzusparen, um die Tilgung erträglich zu gestalten.
Vorbei sind die Zeiten, in denen wenige Standardprodukte dem Darlehensnehmer für die Baufinanzierung zur Verfügung standen und somit machen sich einige künftige Immobilienbesitzer auf den Weg, auch unkonventionelle Möglichkeiten zu nutzen.
Das Fremdwährungsdarlehen ist für den Finanzierungstyp interessant, der auch bereit ist, kalkulierbare Risiken einzugehen, um gleichzeitig größere Chancen wahrzunehmen.
Wer ein Fremdwährungsdarlehen einsetzen will, sollte sich unter anderem mit dem Geschehen an der Börse auskennen und auch keine Mühen scheuen, sich eingehend mit der Finanzwelt auseinander zu setzen.
Zu den Prinzipien dieser Finanzierungsvariante gehört, dass das benötigte Geld statt in Euro in einer fremden Währung aufgenommen wird. Bevorzugt werden für diese Transaktion der Japanische Yen oder der Schweizer Franken.
Schon bei der Auszahlung des Darlehens wird dieser Betrag sofort in Euro konvertiert, wobei die Refinanzierung in der Währung geleistet werden muss, in der ursprünglich aufgenommen wurde.
Der Darlehensnehmer sollte nicht die damit verbundenen Risiken aus den Augen verlieren, da diese Form der Baufinanzierung auch mit nicht vorhersehbaren Zins- und Kursschwankungen verbunden ist. Wer am Ende also in der genutzten Währung in Form einer endfälligen Tilgung zurück zahlen muss, sollte auch Überraschungen einkalkulieren.
Hat sich bis zum Ende der Laufzeit der Wechselkurs der Fremdwährung zum Euro negativ verändert, verliert sich schnell der eingeplante Zinsvorteil, sodass eine größere Summe zurück gezahlt werden muss, als eingeplant.
Wer dieses Risiko steuern will, um seiner Baufinanzierung eine Sicherheitskomponente zu geben, kann eine Kurssicherung vereinbaren, um einerseits die Chancen zu nutzen und andererseits die Risiken zu reduzieren.
Wer einen persönlichen „Sicherheitspuffer“ bei seinem Fremdwährungsdarlehen einsetzen will, sollte zur Absicherung mindestens 30 Prozent der gesamten Finanzierungssumme bereit halten, um finanzielle Engpässe auffangen zu können.
Autor: Robert Jacobi - robert-jacobi (et) gmx.de - 08.11.2007