Für Schmuck ist der Turmalin ein sehr beliebter Stein. Er tritt in einer großen Farbenvielfalt auf, ist gut verfügbar und zu moderaten Preisen zu bekommen. Besonders interessante Effekte zeigt Schmuck mit mehrfarbigen Turmalinen.
Der „Edelstein des Regenbogens“, wie der Turmalin auch genannt wird, soll auf seinem langen Weg vom Erdinneren bis hinauf zur Sonne über einen Regenbogen gewandert sein und dessen Farben aufgenommen haben, erzählt ein alte ägyptische Legende. Die Farbenvielfalt würde das erklären. Die wirkliche Erklärung liegt in der Zusammensetzung des Minerals. Unterschiedliche Beimengungen in dem Mischkristall eines Aluminium-Bor-Silikats bewirken auch in geringsten Mengen die unterschiedlichen Farben. Es treten sogar häufiger mehrfarbige Kristalle auf als einfarbige. Außerdem weist der Turmalin eine seltene Eigenschaft auf, die man „Dichroismus“ nennt. Das bedeutet, dass je nach Blickrichtung die Intensität der Farbe oder die Farbnuance unterschiedlich wirkt.
Das singalesische Wort „tura mali“, von dem der Name „Turmalin“ hergeleitet ist, bedeutet „Stein mit gemischten Farben“. Wie schon erwähnt, sind Turmaline oft zwei- oder mehrfarbig und zeigen Farben von Grün bis Rot und Blau bis Gelb mit allen möglichen Mischungen. Manche Turmaline weisen zusätzlich noch einen Alexandrit-Effekt auf, das heißt, sie ändern ihre Farbe bei Kunstlicht, und auch Katzenaugen-Effekt ist anzutreffen. Der Turmalin ist ein Edelstein mit vielen Gesichtern und wurde vielleicht auch deshalb in der Vergangenheit mit mancherlei magischen Kräften in der Vorstellung der Menschen ausgestattet.
Als Schmuckstein hat der Turmalin sehr gute Trageeigenschaften und ist im Umgang und in der Pflege unkompliziert. Er hat eine Härte von 7 bis 7,5 nach Mohs und ist gut schleifbar, so dass er in vielen interessanten Schliffvarianten angeboten wird.
Einige Farbvarianten werden auch unter einem eigenen Namen gehandelt. Als „Rubellith“ wird der intensiv rote Turmalin bezeichnet, wenn er auch bei Kunstlicht seine rote Farbe beibehält. „Pink Turmalin“ heißt er, wenn er die Farbe verändert. „Indigolithe“ sind blaue Turmaline und die gelbbraunen bis dunkelbraunen heißen „Dravit“. Als „Schörl“ sind die schwarzen Turmaline bekannt, die meist in der Esotherik und als Gravuren verwendet werden. Der „Verdelith“, der grüne Trumalin, ist im Schmuckbereich besonders beliebt, und eine noch junge Entdeckung ist der intensiv blaue bis blaugrüne „Paraiba-Turmalin“. Der lebhaft gelbe „Canary Tourmaline“ aus Malawi macht die Farben des Regenbogens komplett.
Autorin: Susan Mueller - Email: ralf-richter1 (et) gmx.de - 12.01.2008