Eine moderne Wahrsagerin entspricht bei Weitem nicht mehr dem bekannten Klischee, das in vielen Köpfen noch immer vorherrscht. So hat sie es keineswegs nötig, sich mit allerlei Schmuck und okkult wirkenden Gegenständen zu behängen, ebenso wenig, wie sie sich genötigt sieht, mitRauch, unheilvoller Stimme, verdunkeltem und verhangenem Zimmer oder Ähnlichem eine Aura des mystischen um sich aufzubauen. Die moderne Wahrsagerin sollte ganz im Gegenteil gerade darauf bedacht sein, dem Kunden ein Gefühl der Geborgenheit und des Verstandenwerdens entgegenzubringen, um diesen von seinen Ängsten und auch Vorurteilen zu
befreien und eine konstruktive Zusammenarbeit zu ermöglichen. Genannter Tand und Ablenkungsversuche wären dabei nur schädlich.
Ebenso wie sich das Erscheinungsbild der Wahrsagerinnen mit der Zeit geändert hat, änderten sich auch die Methoden der Wahrsagerei. Das Wahrsagen ist heute nicht mehr dadurch bestimmt, dass der Wahrsagende für sich eine übernatürliche Begabung und einen unverhüllten Blick in die Zukunft für sich in Anspruch nimmt, sondern vielmehr durch die offene und ehrliche Zusammenarbeit von Wahrsagerin und Kunde. So wird zum Beispiel beim Kartenlegen gemeinsam nach Interpretationen und Assoziationen zu gelegten Karten gesucht, wodurch sowohl Wahrsagerin als auch Kunde einiges über die belastenden Probleme im Leben des Letzteren in Erfahrung bringen können. Mit diesen Informationen sieht sich die Wahrsagerin, unterstützt durch ihre Erfahrung in diesem Bereich, dann in der Lage, dem Kunden eine
kompetente Lebensberatung du somit eine echte Hilfe auf seinem Lebensweg bieten zu können. Hier schließt sich wiederum der Kreis zum Erscheinungsbild der Wahrsagerin, da der Kunde nur wenn er der Wahrsagerin auch vertraut sich selbst öffnet und ihr somit Zugang zu seinen Problemen gewährt.
Autor: Sebastian Hösel - avz@derhoesel.de - 11.05.2008